Oberflächenplanung

Variante der AGD – Oberflächenplanung ohne Straßenbahnen

Gestalterische Vorteile durch entfallende Bahntrasse

Der Vorschlag der AGD geht vom Rückbau der Tamm’schen Veränderungen von 1959 – 1961 aus. Voraussetzung ist das Wegfallen der Hochstraße einschließlich Straßenbahn. Dadurch wird die Rekonstruktion des kulturhistorisch bedeutsamen Hofgartens ermöglicht. Das Landschaftsdenkmal Hofgarten wird höher bewertet als das Baudenkmal Tausendfüßler.

Als Voraussetzung für den straßenbahnfreien Hofgarten hat die AGD Alternativpläne für die Linienführung entwickelt. Diese Pläne sehen in Anlehnung an frühere Pläne einer parallelen Nordlinie die Führung der Straßenbahn auf einer Umgehungstrasse vor, die schon während der Bauarbeiten notwendig wird.

Dieses Konzept beinhaltet eine straßenbahnfreie Kaiserstraße bis zur Steinstraße an der Berliner Allee. Hierdurch besteht die Möglichkeit, die Kaiserstraße von der Fischerstraße bis zur Maximilian-Weyhe-Allee als Allee auszubauen. Napoleon zog durch die Kaiserstraße 1811, also vor 200 Jahren, in die Stadt. Seinem kaiserlichen Dekret verdanken wir die Grünplanung, die Düsseldorf weltberühmt gemacht hat. Der ursprüngliche Name „Kaiserstraße“ (Rue de l’empéreur) bezieht sich auf Kaiser Napoleon, ohne dass die meisten sich dessen bewusst sind. Daher sollte die Straße zum 200. Jahrestag des Erlasses des Verschönerungsdekrets von Napoleon Kaiser-Napoleon-Boulevard statt Kaiserstraße heißen und entsprechend umbenannt werden.

Die städtebauliche Begründung für den Abbruch des Tausendfüßlers erhält durch den Boulevard, die erweiterte Berliner Allee, die Allee an der Landskrone, die dortige Verbreiterung der Wasserflächen, die erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich der nicht mehr benötigten Bahntrasse nach dem Plan von FSWLA ein derartiges Gewicht, dass die Argumente der Bürger für die Erhaltung des Tausendfüßlers und die fachlichen Bedenken des Landeskonservators gegen den Abbruch des Denkmals in der städtebaulich-denkmalpflegerischen Abwägung gegen das Denkmal Hofgarten unterliegen werden. Straßenbahn und Tausendfüßler sind als Einheit konzipiert worden. Ohne eine Lösung für die Straßenbahn wird ein Verzicht auf den Tausendfüßler allein kaum zu begründen sein.

Düsseldorf würde durch die Umsetzung dieses verkehrstechnischen Konzepts ohne Straßenbahn seinen Ruf als Kunst- und Gartenstadt international signifikant aufwerten und eine weltweit Aufsehen erregende Stadtreparatur im Bereich des Hofgartens realisieren. Diese Lösung kann mit überschaubaren Mehrkosten gegenüber der bisherigen Planung erzielt werden. Der Rat sollte sich der historischen Dimensionen dieses Abwägungsprozesses bewusst sein.

 

O-plan-koebogen in Oberflächenplanung

LEGENDE

1 Beschneidung des Hofgartens durch Tamms an der Kaiserstraße
Der 1961 beanspruchte Hofgartenstreifen könnte im Bereich der Kaiserstraße wieder zurückgebaut werden. Die Rückgewinnung des Hofgartens wie vor 1961 und das Anpflanzen einer Mittelallee werden nach Wegfallen der Bahntrasse möglich.

2 Promenade Kö-Bogen – Brücke über die Landskrone
Im Memorandum der AGD vom 24.01.2011 ist festgehalten, dass eine Baumreihe mit der Promenade und ebenerdiger Brücke über die verbreiterte Landskrone zum nördlichen Hofgarten gewünscht wird. Eine tiefliegende Brücke ist nur über Rampen erreichbar. Der Blick von der oberen Promenade auf den verbreiterten Graben hat seinen Reiz. Die Größe des Gebäudes fordert eine größere Wasserfläche. Der untere Weg war eine Notwendigkeit, um die Tamm’schen Fußgängerpassagen zu erreichen. Da diese entfallen, kann durch den Verzicht auf den nicht mehr benötigten Weg die Wasserfläche zurückgewonnen werden.

3 Treppen Kö-Graben Corneliusplatz
Da bei dem Wasser der Landskrone der Eindruck des Kö-Grabens entstehen soll, sind die Treppen am Corneliusplatz falsch. Sie vermitteln den Eindruck des Blicks auf einen See. Außerdem sind die Treppen an der Nordseite der Sonne abgekehrt, sie haben daher auch keinen praktischen Wert. Entlang der Kö sieht man stets von oben auf das Wasser herab. So sollte es auch hier und an der Landskrone im Bereich des Kö-Bogens sein.

4 Neue Platanen-Allee mit Dussila
Die geplante Platanenallee könnte um die wegfallende Bahntrasse verbreitert werden. Es entsteht eine neue Allee anstelle der ehemaligen Trasse, begleitet von einem Wasserlauf „Dussila“. Der Wasserlauf könnte auch bei Erhaltung der Gleise als optische Trennung eine Sicherung zum Hofgarten ermöglichen und den Gleiseinschnitt mildern.

5 Platzvergrößerung Jan-Wellem-Platz / Diorama-Halle
Der nördlich der Tuchtinsel neu geschaffene Platz erscheint zu klein, um die städtebauliche Funktion als neuer zentraler Platz der Stadtmitte zu übernehmen. Es wird daher vorgeschlagen, die im Norden angrenzenden Baukörper zu verkürzen und den östlichen Baukörper ggfs. nach Osten zu verschieben. Die Gebäude auf der Tuchtinsel könnte nach Süden vergrößert werden, wenn die Tunnelzufahrten in die Immermannstraße bzw. Berliner Allee verlegt würden.
Um die Geschichte des Tausendfüßlers und des Baus der Berliner Allee zu dokumentieren, könnte ein Raum unter der Tamms-Pyramide gebaut werden. In der Diorama-Halle unter dem Prisma des Jan-Wellem-Platzes besteht die Möglichkeit der Präsentation des Stadtmodells. In dem daneben liegenden Tetraeder könnte der Einbau des Marstall-Giebels und die Präsentation der Hofgartengeschichte erfolgen.

5 Tunneleinfahrt Schadowstraße
Die hässliche und lärmverursachende Tunneleinfahrt fällt weg. Sie wird zu den Tunnelportalen verlegt. Dadurch wird hier eine optimale Oberflächengestaltung möglich und an der Immermannstraße ein durch Bäume schallgeschütztes Tunnelportal möglich. Die Tunnelverlegung ist auch wegen der Andienung der Bushaltespur im Tunnel sinnvoll

6 Europaplatz
Am Ende der Berliner Allee entsteht als Verteiler des PKW-Verkehrs und als Buswendeplatz für Bedarfsfälle ein Rondell: der Europaplatz. Es ist als Springbrunnen ausgebildet. Der mittlere Teil ist der Brunnen. Den Rand säumen 13 gelbe Sterne, aus denen Fontänen sprudeln. In der Mitte des Rondells ist ein Fahnenmast mit der Europaflagge positioniert, die abends angestrahlt wird. Der Platz vor der Industrie- u. Handelskammer sollte als Grünfläche erhalten bleiben und ggfs. für Gästebusse genutzt werden.

1, 7, 8 Tunnelportale
Die vom Landeskonservator bemängelten Tunnelein- und Ausfahrten am Hofgärtnerhaus bzw. an der Johanneskirche können um ein Drittel verkleinert werden, wenn die Straßenbahn wegfällt. Am Hofgärtnerhaus kann der Tunnel verkürzt werden, wenn die Öffnung mit einem Hügel überdeckt wird, da auf den Hügeleinschnitt der Bahntrasse verzichtet werden kann. Beim Weyhe-Portal sowie bei dem Asien-Portal an der Immermannstraße und dem Europa-Portal an der Berliner Allee kann in der Tunneleinfahrt ein 2 – 3 m breiter Mittelstreifen für eine Baumreihe vorgesehen werden. Bei diesem „Düsseldorfer Tunnelportalmodell“ werden die Ein- und Ausfahrt durch Baumkronen überdeckt. Das Schallschutzproblem wird durch die Baumkronen gelöst. Mit dem „Düsseldorfer Tunnelportal“ wäre Düsseldorf international Vorreiter in einer beispielhaften Garten- und Verkehrsplanung.

9 Gustaf-Gründgens-Platz
Durch Lichtfontänen erfährt der Platz eine wartungsgünstige neue Gestaltung. Das Problem der mangelnden Belastbarkeit der Decke wäre gelöst.

10 Verlängerter Tunnel im Süden
Die Verlängerung der beiden Tunneläste im Süden zur Berliner Allee/Ecke Schadowstraße  bzw. zur Immermannstraße hat den großen Vorteil, dass das störende Tunneleinfahrtsloch an der Berliner Allee Ecke Schadowstraße entfällt. Die Fläche steht der Oberflächengestaltung zur Verfügung.

Die Oberflächengestaltung und Verkehrsführung von der Schadowstraße kommt den Anliegern entgegen. Die Mehrkosten können gedeckt werden durch eine Verkürzung des Tunnels im Norden, d.h. Wiederaufnahme des ursprünglichen Vorschlages der Verwaltung. Der verkürzte Tunnel hätte den Vorteil, dass die eingesparten Gelder für die Tunnelführung bis zur Jägerhofstraße für die südliche Verlängerung genutzt werden können.

In einem dritten Bauabschnitt könnte der Tunnel nach Norden über die Maximilian- Weyhe-Allee verlängert werden, was, im Gegensatz zu einer späteren Neuordnung im südlichen Bereich, weniger problematisch wäre. Im Falle einer Erhaltung des Tausendfüßlers könnte für diesen Bereich der Vorschlag des BDA umgesetzt werden.

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